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World Economic Forum: Transformation der Produktion mit Ungleichgewichten

2 Minuten Lesezeit

Studie des World Economic Forum und A.T. Kearney: Japan und USA Nr. 1 der Produktion – Deutschland weiterhin stark

„Die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange – allerdings herrscht ein starkes Ungleichgewicht zwischen den Ländern“, warnt Dr. Martin Eisenhut, Zentraleuropachef von A.T. Kearney zum Beginn des Weltwirtschaftsforums. „Die 25 führenden Länder sind für über 75 Prozent der globalen Wertschöpfung verantwortlich, während 90 Prozent der Länder aus Lateinamerika, dem Nahen Osten, Afrika und Eurasien nur schlecht auf den Wandel der Produktion vorbereitet sind.“ Deutschland belegt Platz 3 bei der Produktionswertschöpfung.

Zum Auftakt der Konferenz veröffentlichen das World Economic Forum und A.T. Kearney einen gemeinsamen Bericht zur Lage der globalen Produktion (Readiness for the Future of Production Report 2018). Er bewertet, wie gut globale Volkswirtschaften auf die Veränderungen in der Produktion vorbereitet sind und wie sie davon zukünftig profitieren. Das Ranking bewertet dabei die Produktionsstruktur, als auch Produktionstreiber (relevante Schlüsselfaktoren wie Technologie & Innovation, Humankapital oder globale Investitionen).

Der Bericht zeigt: Japan ist weltweit führend bei der Produktionsstruktur, während die USA die Chancen der Industrie 4.0 am besten für sich nutzt, um Produktionssysteme zu verändern und voranzutreiben. Auch Deutschland kann sich über starke Positionen im Ranking freuen: Platz 3 bei der Produktionsstruktur, sowie Platz 6 bei den Produktionstreibern.

Die globalen Top 10 der Produktion. World Economic Forum: Transformation der Produktion schafft Welt der zwei Geschwindigkeiten. Grafik: A.T. Kearney
Die globalen Top 10 der Produktion. World Economic Forum: Transformation der Produktion schafft Welt der zwei Geschwindigkeiten. Grafik: A.T. Kearney

Ausschlaggebend hierfür: Deutschland hat den viertgrößten produzierenden Sektor der Welt – mit einer Gesamtwertschöpfung von fast 775 Milliarden Dollar (2016) und einer Exportrate von mehr als 50 Prozent. Eisenhut bewertet das Ergebnis vor allem im Hinblick auf die Chancen der Industrie 4.0: „Deutschland war eines der ersten Länder, das die Digitalisierung und Vernetzung von Produkten getrieben hat und bis heute treibt. Das zahlt sich langfristig aus.“

Neben Gewinnern wie Deutschland, lässt die Transformation von Produktionssystemen jedoch auch Regionen hinter sich. So sind 90 Prozent der Länder aus Lateinamerika, dem Nahen Osten, Afrika oder Eurasien nur unzureichend auf den Wandel der Produktion vorbereitet. Hier werden innovative Fertigungstechnologien nicht der gewählte Weg der Transformation sein, so der Bericht, sondern eine weitere Fokussierung auf traditionelle Produktionsmöglichkeiten und andere Sektoren stattfinden.

„Luft nach oben haben alle Länder“, so Eisenhut. „Kein Land hat das volle Potenzial der vierten industriellen Revolution in der Produktion ausgeschöpft.“ Um die Effizienz zu steigern, brauche es internationale Standards, die technische, geografische und politische Grenzen überschreiten. „Neue und innovative Ansätze für die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor sind erforderlich. Nur so können sich schnell und effektiv Partnerschaften bilden, die neue Werte freisetzen“, ist sich Eisenhut sicher.

Zur Studie (in englischer Sprache)

Titelfoto: pixabay.com / geralt


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