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Space Elevator Challenge: Preis für den schnellsten Prototypen eines künftigen Weltraumaufzugs

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Die Reise nach Tokio zur Internationalen Space Elevator Challenge (SPEC) hat sich für fünf Studenten der Technischen Universität gelohnt: Sie gewannen den Preis für den schnellsten Prototypen eines künftigen Weltraumaufzugs. „Wir haben einen Roboter, genannt Climber, gebaut, der ein Seil in Höhe von 200 Metern bereits spielend bewältigt. Ziel ist es, dass der eines Tages auch Strecken von 80.000 Kilometern schafft“, beschreibt Michael Stark, Sprecher des Sieger-Teams die Herausforderung. „Auf die Auszeichnung sind wir super stolz, schließlich bewegen wir uns maschinenbautechnisch absolut an der Grenze des technisch Machbaren.“ Der kleine Climber der Münchner schafft ein Tempo von 130 Stundenkilometern und kommt in 0,7 Sekunden von 0 auf 100.

Die Münchner Studenten gehören zur WARR e.V., der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt an der TUM. Andere Studenten dieser Gruppe angehender Wissenschaftler und Ingenieure hatte bereits in diesem Jahr das schnellste Modell des Hyperloop gebaut, dem von Tesla-Gründer Elon Musk geförderten Röhrentransportsystem. Veranstalter der SPEC in Tokio ist die Japanese Space Elevator Association.

Die Vestner Aufzüge GmbH fördert die Teilnahme der Studenten als Sponsor und übernimmt auch die Kosten für Flug und Teilnahmegebühr. Das Münchner Familienunternehmen vergibt zudem zwei technische Stipendien an der TUM. „Aus Verbundenheit mit dem Standort München wollen wir die jungen Wissenschaftler bei deren Forschung auf dem Weg zum Fahrstuhl ins All unterstützen“, sagt Simon Vestner, Geschäftsführer der Vestner Aufzüge GmbH. „Wir erhoffen uns, dass aus den Forschungsergebnissen und Projekten auch Elemente in unsere bestehende beziehungsweise zukünftige Produktpalette einfließen können. Natürlich wollen wir auf diesem Weg potenziellen Nachwuchs auf uns als innovatives mittelständisches Unternehmen aufmerksam machen und junge Fachkräfte für die Branche gewinnen.“

Im Zukunftsroman „Limit“ von Starautor Frank Schätzing fahren Menschen im Jahr 2024 mit einem Aufzug zum Mond, bauen dort Bodenschätze ab, die wiederum mit einem Aufzug zur Erde transportiert werden. Die auch Schätzings Roman zugrunde liegende Idee funktioniert relativ simpel: Der Aufzug fährt an einem extrem widerstandsfähigen Band in den Weltraum. Am Ende des Bandes hängt ein Satellit oder eine Raumstation als Gegengewicht. Das Band wird dabei in einem Gleichgewichtszustand von Gravitation und Fliehkraft permanent unter Spannung gehalten. Mehrere Unternehmen und Forschungseinrichtungen befassen sich bereits mit der Entwicklung eines solchen Bandes auf Basis von Carbon-Nanotubes.

Hier sieht die Kamera des „Weltraumaufzugs“ zurück auf die Erde. Am Ende seiner Höhenfahrt dreht sich Climber sehr schnell um seine eigene Achse – schom beim Zusehen kann einem schwindelig werden.

Titelbild / Climber ist der Prototyp eines Weltraumaufzugs. / Foto: Vestner

 

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