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Mit Drohnen gegen Hundekot

4 Minuten Lesezeit

Tinki.de, eine Vergleichsseite für Hundeliebhaber hat gemeinsam mit Space53, dem internationalen Drohnentestzentrum, zwei Dogdrones entwickelt, die das Hundekot-Problem bekämpfen sollen. Die zwei Dogdrones – Watchdog 1 (WD1) und Patroldog 1 (PD1) kombinieren Drohnentechnologie in der Luft und auf dem Boden.

 

Watchdog und Patroldog

Watchdog und Patroldog arbeiten zusammen um Hundekot zu erkennen und aufzuräumen. “Watchdog ist eine Drohne die aus der Luft überwacht und mittels GPS Patroldog steuert“, erklärt Marc von Space53. Die Flugdrohne ist mit Kamera und Wärmebildtechnik ausgerüstet. “Technologie die bisher benutzt wurde um beispielsweise Rehkitze anhand ihrer Körpertemperatur in Grasfeldern aufzuspüren und vor Mähdreschern zu retten. Die gleiche Technologie benutzen wir mit Watchdog um Hundekot mithilfe einer Heatmap zu orten und anschließend mit der Bodendrohne Patroldog aufzuräumen.“

 

Hundekot auch Ärgernis für Hundebesitzer

Die Idee für die Dogdrones entstand als Gerben Lievers und Marc Sandelowsky sich zu Beginn des Jahres bei einer Veranstaltung für Unternehmer aus Twente begegneten. Lievers und Sandelowsky kannten einander nicht, aber kamen ins Gespräch über die Hundebranche und die neusten Entwicklungen im Drohnenbusiness. Lievers: “Wir haben über die Einsatzmöglichkeiten und innovativen Lösungen gesprochen, die durch die Nutzung von Drohnen erst möglich gemacht werden und kamen schnell auf ein großes Problem in Deutschland. Hundekot.“ Laut Lievers ist Hundekot ein vielbesprochenes Thema auf Tinki.de, einer deutschen Vergleichsseite für Hundeprodukte.

 

Hundehaufen aufgespürt. Foto: Elevar BV

 

Jedes Jahr werden 500 Millionen Kilo Hundekot nicht entsorgt

Laut Lievers ist Hundekot nicht nur ein großes Ärgernis, sondern auch ein ernsthaftes Problem. „Jedes Jahr werden in Deutschland 500 Millionen Kilo Hundekot nicht aufgeräumt.“ Vor allem mit den steigenden Temperaturen, die der Frühling mit sich bringt, birgt der Hundekot ein ernstes Gesundheitsrisiko. “Hundekot enthält Bakterien, Viren, Parasiten und Würmer, die vor allem für Kinder gefährlich sind. Aber auch Erwachsene und andere Hunde laufen Gefahr. Eier von Parasiten können jahrelang überleben und damit bleibt eine Infektionsgefahr wenn Hundekot nicht entsorgt wird.“

 

Prototypen werden im Living Lab Twente getestet

Lievers und Sandelowsky arbeiten seit Anfang des Jahres an den ersten Prototypen von Watchdog 1 und Patroldog 1. Sandelowsky: “Die Idee passt zu unserem Wunsch innovative Lösungen zu entwickeln und in unserer Lebensumgebung zu testen. Das geschieht in sogenannten Living Labs, Forschungsumgebungen für angewandte Wissenschaften in denen mehrere Parteien zusammen an intelligenten Lösungen für praktische Probleme arbeiten. Diese Initiative passt gut zu unserem Projekt aber auch zu einem Projekt wie dem Start-up Tinki.de“

Die ersten Prototypen sind laut Lievers und Sandelowsky noch nicht perfekt. “Vor allem Patroldog (die Bodendrohne) hat bisher noch zu wenig Kapazität um große Mengen Hundekot aufzuräumen. Wir wollen in der Zukunft größere Modelle entwickeln und nach Möglichkeiten suchen Hundekot zu recyclen. Es geht schließlich um 500 Millionen Kilo Hundekot pro Jahr.“

 

Hunde- und Drohnenliebhaber als Testpiloten gesucht

Um die Massen an Hundekot aufzuräumen wollen Space53 und Tinki.de zunächst einen Aufruf unter Hunde- und Drohnenliebhabern starten. “Wir haben die Technik und die Ausbildungsmöglichkeiten. Die Herausforderung ist es Menschen zu finden, die zum Erfolg der Idee beitragen wollen“, sagen Sandelowsky und Lievers. Space53 und Tinki.de bieten Interessierten darum die Möglichkeit sich als Testpilot für die Dogdrones anzumelden. “Wir wollen testen ob wir uns mit einem Netzwerk von Liebhabern und Freiwilligen dieser Herausforderung in ganz Deutschland stellen können.“ Wer sich jetzt schon als Pilot für die Dogdrones anmelden will, kann das auf Tinki.de/dogdrones machen.

 

Innovation geht auf künftige Gesetzgebung ein

Mit der Idee kommen Space53 und Tinki.de künftiger Gesetzgebung entgegen, die es möglich machen wird unbemannte Fluggeräte im öffentlichen Raum einzusetzen. Da Watchdog 1 weniger als fünf Kilogramm wiegt, ist es kein Problem, sie zum Aufspüren von Hundehaufen einzusetzen. Piloten müssen lediglich einen Flugkundenachweis haben, bei dessen Beschaffung Space53 behilflich sein kann. Des Weiteren sieht die von Verkehrsminister Alexander Dobrindt zu Beginn des Jahres vorgelegte Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten vor, dass eine Flughöhe von 100 Metern nicht überschritten werden darf und ständiger Sichtkontakt bestehen muss. Es ist zu erwarten, dass künftige Gesetzgebung Innovationen in diesem Bereich erleichtern werden.

Titelfoto / Dogdrone in Aktion. / Foto: Elevar BV/Tinki.de

 

Hundekotproblem in Deutschland. Grafik: Elevar BV/Tinki.de

 

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