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Industrie 4.0 und Internet der Dinge: Deutsche Industrieunternehmen arbeiten mit der IT-Szene in Ontario zusammen

2 Minuten Lesezeit

Die kanadische Provinz Ontario hat sich zu einem weltweiten Zentrum für das Internet der Dinge und industrielle Automation entwickelt und zieht viele ausländische Investoren an. Gerade für Maschinenbauer und Robotikunternehmen als Produzenten der „Hardware“ für das Internet der Dinge ist Ontario mit seinem hochentwickelten IT- und Softwarebereich ein attraktiver Industrie 4.0-Standort. Außer Kalifornien gibt es weltweit keine andere Region, in der sich mehr IT-Unternehmen angesiedelt haben.

Globale Player wie Fanuc, Festo oder GE verstärken ihr Engagement in Ontario

Vor wenigen Wochen wurde es offiziell: General Electric verlagert den Standort seine „Brilliant Factory“ aus den USA nach Ontario. Ab 2018 werden in der Stadt Welland nach dem Prinzip des Internets der Dinge energieeffiziente Industriemotoren für den weltweiten Einsatz gebaut. Diese Entscheidung hat den Status von Ontario als weltweit führender Industrie 4.0-Standort eindrucksvoll bestätigt.

Ontario im IT-Bereich in Nordamerika nach Kalifornien  an zweiter Stelle

Hochqualifizierte Arbeitskräfte, direkter Zugang zum nordamerikanischen 20 Billionen-Dollar-Markt und eine unternehmensfreundliche Steuer- und Förderpolitik: Für viele globale Player im Bereich der Industrie 4.0 überzeugende Argumente für ihr Engagement in Ontario. So hat die Provinz von allen OECD-Staaten die höchste Rate an (Fach-)Hochschulabsolventen und lockt gleichzeitig mit den günstigsten Geschäftskosten der G7-Länder, durch die sich die Kosten nach Steuern pro 100 Dollar bis auf 37 Dollar senken lassen. Ein weiterer Pluspunkt für internationale Unternehmen, der sich insbesondere auch im Bereich Automation, Robotik und Internet der Dinge auswirkt: Die Zusammenarbeit mit der hochentwickelten Start-up Community im IT-Bereich. Ontario ist nach Kalifornien die Region mit der größten Zahl an IKT-Unternehmen in Nordamerika.

Internet of Things-Weltmarktführer made in Ontario

Der kanadische Middleware-Produzent Skkynet aus Mississauga mit einem weitgespannten Partnernetz, zu dem auch Amazon zählt, ist eines davon. Skkynet hat sich zum Weltmarktführer bei der Erfassung, Überwachung, Kontrolle, Visualisierung, Vernetzung und Konsolidierung von Prozessdaten innerhalb einer Anlage oder über unsichere Netzwerke entwickelt. Die Firma, die sich gerade auf der Industry of Things World in Berlin präsentierte, zählt unter anderem BMW, Siemens und den Batteriehersteller MOLL zu seinen Kunden.

Die hochentwickelte Infrastruktur mit ihren günstigen Rahmenbedingungen für eine hohe Innovationskraft wissen internationale, auch deutsche, Industrieakteure zu schätzen. So engagieren sich Festo und Fanuc als Inkubatoren vor Ort und profitieren von den frischen Ideen der Start-up-Szene. Samsung, Intel oder Hitachi finanzieren gezielt Forschung an örtlichen Universitäten und Hochschulen, um Innovationen aus dem weiten Wissensnetzwerk Ontarios zu stärken und für sich zu nutzen. Zwischen etablierten internationalen Größen und Neulingen aus der Region ist hier insbesondere bei der Entwicklung von integrierten und digitalisierten Systemen der „vierten industriellen Revolution” eine symbiotische Beziehung entstanden. Das zeigt, dass sich der Blick über den Tellerrand auf diesen starken Software-Standort lohnt – gerade für deutsche Unternehmen, die bei der industriellen „Hardware“ führend sind.

Dr. Holger Münch

Titelbild / Toronto im Fokus / pixabay.com / geralt

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