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HPI – Comics aus Videos, und das sofort

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Foto: HPI/K. Herschelmann
Foto: HPI/K. Herschelmann

Die Forscherinnen und Forscher des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben wieder getüftelt. Herausgekommen als Ergebnis von Transpiration und Inspiration (Thomas Alva Edison) ist ein leistungsfähiger Algorithmus, um aus Videos Comics zu fertigen. Mit der Software lassen sich Videos und Fotos ohne viel Mühe in lebensnahe Comics, Karikaturen und Zeichentrick-Bilder umwandeln. Die Entwickler haben ihre Forschungsergebnisse in eine App auf iOS-Basis für iPhone und iPad gepackt. Auf der diesjährigen Cebit (Halle 9, Stand D44) in Hannover können Besucher die neuste Applikation „Pic2Comic“ einem Test unterziehen.

„Es gibt bereits einige andere Lösungen auf dem Markt, die über das Farb- oder das Helligkeits-Bild Differenzen erkennen und dann Kanten zeichnen oder Farbnuancen zusammenfassen“, erklärt HPI-Projektleiter Sebastian Pasewaldt. Allerdings könnten diese Bilder oft nicht die Erwartungen der Nutzer erfüllen, die etwas Vergleichbares wie die Zeichnung eines Künstlers erwarten.  „Unsere HPI-Lösung analysiert nicht nur Farb- und Helligkeitsunterschiede, sondern achtet auch auf Bildflussinformationen“, unterstreicht der HPI-Doktorand. So werde der Fokus stark erweitert und lasse lebensnähere Abbildungen im Comicstil zu. „Der Algorithmus ist so leistungsfähig, dass er alle Bildinformationen ausliest und analysiert. Nutzern wird anschließend ein Vorschlagskatalog unterbreitet, wie die App automatisch Farben zusammenfassen und Kanten zeichnen kann“, sagt Pasewaldt. Neben Einzelbildern können auch Videos automatisiert bearbeitet werden, die dann als kohärente Darstellungen erscheinen, das heißt, es gibt kein Bildflackern.

Ob Gesicht, Gebäude oder Landschaft – mit der leicht zu bedienenden App bekommt alles sofort die Anmutung einer künstlerisch wertvollen Zeichnung – der App-Nutzer wird zum digitalen Bildkünstler. Daneben ist es auch möglich, private visuelle Informationen mit dem Comicfilter von Pic2Comic zu schützen. So können die Bilder der maschinellen Auswertung – wie etwa bei der Gesichtserkennung durch Facebook – entzogen werden. Neben Mathematik steckt hinter der App auch ein geschicktes Streamingkonzept für die schnelle und effiziente Bewältigung der massiven Videodaten.

Was die potenziellen Anwendungsfelder dieser Lösung sein könnten, steht in der Pressemitteilung des HPI allerdings nicht.

Titelfoto: HPI/K. Herschelmann

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